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.Statistiken und Analysen der suchtgiftbezogenen Todesfälle
Statistik und Analyse der suchtgiftbezogenen Todesfälle 2008
Bei diesen (direkt) suchtgiftbezogenen Todesfällen handelt es sich um Menschen, die an einer akuten Überdosierung oder an einer im Zuge der Überdosierung eingetretenen Sekundärfolge (z.B. Ersticken an Erbrochenem, Lungenentzündung durch Einatmen von Magensaft) versterben. Aufgrund des unmittelbar kausalen Konnexes zwischen Tod und Suchtgiftkonsum liefern diese Todesfälle Hinweise auf hochriskanten Drogenkonsum.
Im Jahr 2008 wurden 169 direkt suchtgiftbezogene Todesfälle identifiziert.
Trotz der mit 169 gegenüber 2007 (175) geringeren Zahl der tödlichen Überdosierungen kann wegen des verzeichneten Rückgangs bei den Obduktionen nicht zuverlässig davon ausgegangen werden, dass es sich auch um einen tatsächlichen Rückgang bei den Drogentodesfällen handelt. Der Rückgang bei den Obduktionen mindert die epidemiologische Aussagekraft der Statistik und schließt die Vergleichbarkeit mit der Statistik der Vorjahre aus. Für das Jahr 2008 kann somit die Zahl der an einer Überdosierung mit Suchtgiftbeteiligung Verstorbenen nicht wirklich exakt angegeben werden, was auch bei der Darstellung von Zeitreihen und Bundesländervergleichen entsprechend mit zu bedenken ist.
Die Statistik liefert dennoch weiterhin gesundheitspolitisch wichtige Erkenntnisse über Konsummuster, Geschlechterverhältnis und Durchschnittsalter der an einer Suchtgiftintoxikation verstorbenen Personen.
Wie in anderen Ländern wurden auch in Österreich über lange Zeit direkt und indirekt suchtgiftbezogene Todesfälle aufsummiert. Da jedoch bei den indirekt suchtgiftbezogenen Todesfällen nicht eine Überdosierung todesursächlich ist, sondern die Betroffenen, da mit dem Suchtgiftkonsum auch ein großes Risiko körperlicher Erkrankungen und Organschäden verbunden ist, etwa an den Spätfolgen des Konsums verstorben sind (z.B. an AIDS infolge Infektion bei früherem Drogenkonsum, Hepatitiserkrankung mit möglichem Bezug zu früherem Drogenkonsum), ist diese Aufsummierung nicht Ziel führend. Ein Bezug zur aktuellen Drogensituation ist daher bei diesen Todesfällen, im Gegensatz zu den Überdosierungen, meist nicht gegeben.
Aus diesem Grund ist man auch auf Ebene der EBDD von einer Aufsummierung direkt und indirekt suchtgiftbezogener Todesfälle in den letzten Jahren abgegangen. In allen EU-Ländern werden in der Drogenopferstatistik mittlerweile ausschließlich die direkt suchtgiftbezogenen Todesfälle erfasst.
Unabhängig davon können aber auch indirekt suchtgiftbezogene Todesfälle wertvolle Informationen zu den Langzeitfolgen des problematischen Drogenkonsums liefern und werden diese daher in Österreich erfasst, jedoch erfolgt die Darstellung entsprechend gesondert in der Analyse.
Im Jahr 2008 wurden anhand von 35 (2007: 20) vorliegenden Gutachten indirekt suchtgiftbezogene Todesfälle analysiert.
Zu den Ergebnissen der Statistik/Analyse 2008 im Detail siehe Download.
Letzte Aktualisierung am: 28.12.2009

