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01.10.2009 14:09 Bisphenol A in Babyschnullern: Untersuchungen laufen
Wien (BGF) - Das Bundesminister für Gesundheit (BMG) stellt zu den
heutigen Aussagen über gesundheitsgefährdende Gehalte von Bisphenol A
(BPA) in Babyschnullern folgendes richtig: Der Gehalt von Bisphenol A
in Babyschnullern lässt keinen Rückschluss zu, ob und wie viel von
dieser Substanz beim Lutschen durch Kinder aufgenommen wird. Derzeit
wird über Gehalte in Kunststoffprodukten gesprochen, nicht über die
entscheidenden Migrationswerte - also jene Menge, die den Schnuller
verlässt und vom Kind aufgenommen wird. Ein Bestandteil, der im
Kunststoff fest eingeschlossen ist und das Material nicht verlassen
kann, kann nicht auf den Menschen einwirken.
Das BMG hat unmittelbar nach dem ersten Bekanntwerden von hohen
BPA-Gehalten vor zwei Wochen Untersuchungen der Migration und der
Gehalte angeordnet. Derzeit wird im Labor der AGES genauer
untersucht, auf welchem Weg BPA in unterschiedliche Bestandteile der
Schnuller gelangen kann (Haltering, Schild, Sauger). Abzuklären ist
jedenfalls, ob eine Migration überhaupt stattfindet und welche Werte
sich messen lassen. Von den Ergebnissen der laufenden
Schwerpunktaktion bei Schnullern wird das weitere Vorgehen abhängen.
Das Ergebnis der Untersuchungen von Global 2000 ist laut AGES
insofern überraschend, als für die Herstellung der weichen Saugteile
von Schnullern an sich kein BPA verwendet wird. Laut ersten
Untersuchungsergebnissen der AGES wurde BPA nachgewiesen. Die ersten
Werte sind allerdings 10-fach niedriger als jene von Global 2000.
Weitere Untersuchungen zur Bestätigung der Analyseergebnisse laufen.
In Folge muss dringend geklärt werden, über welche Eintragsquelle BPA
in den Saugteil gelangt. Für eine Bewertung möglicher Auswirkungen
auf die Gesundheit ist aber der so genannte "Migrationswert"
entscheidend, das heißt, ob und in welchen Mengen BPA aus dem
Saugteil eines Schnullers freigesetzt und vom Kind aufgenommen würde.
In diese Richtung geht auch ein Entschließungsantrag des Parlaments,
der am 23.9.2009 von allen fünf Parteien einstimmig angenommen wurde.
Dieser stellt ebenfalls die sorgfältige Abklärung der Migration bei
Schnullern in den Vordergrund.
BPA ist Ausgangsstoff des weltweit verwendeten Hart-Kunststoffes
Polykarbonat. Er ist in der EU zugelassen, allerdings durch einen
Grenzwert beschränkt. Wie die Europäische Behörde für
Lebensmittelsicherheit bestätigt, sind Materialien und Lebensmittel
bei Einhaltung dieses Grenzwertes für den Menschen sicher. Diese
Meinung teilt auch das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung
und als vergleichbare Einrichtung in Österreich die AGES
(Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit).
Rückfragehinweis:
Thomas Geiblinger
Bundesministerium für Gesundheit, Pressesprecher
Radetzkystraße 2, 1030 Wien
Tel.: +43/1/71100-4505 , Fax: +43/1/71100-14304
mailto:thomas.geiblinger@bmg.gv.at
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OTS0268 2009-10-01/14:09

